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[Skizze einer Szene, die sich im Türrahmen abspielt.]

„Was ist los?“
„Ich bin mir nicht sicher. … Hast du dich in mich verliebt?“
„Ja.“
„Warum gehst du weg?“
„Ich weiß nicht… Ich glaube, das ist nichts worüber wir sprechen müssten. Ich muss doch den Bus bekommen.“
„Doni?“
„Ja?“
„Möchtest du denn gar nicht wissen, was ich dazu sagen will?“
„Nein.“
„Nein?“
„Es hat doch keinen Sinn. Und wenn du denkst, es läuft jetzt alles schief, ich würde darunter leiden – nein, das ist nicht so, bestimmt nicht. Verliebt sein – das heißt für mich wohl etwas ganz anderes, als für andere. Es heißt doch auch gar nicht, dass ich möchte, dass du meine Gefühle erwiderst, es heißt erst recht nicht, dass ich mit dir zusammen sein möchte.“
„Doni..:“
„Es spräche ja so viel dagegen: Zu allererst habe ich gar nie darauf gewartet, dass wir darüber sprechen, weil das nur dazu dienen würde, uns zu einem Liebespaar zu machen oder aber meine Hoffnungen, die dann wohl zu hoffnungsvoll geworden sind – ach, was für ein blöder Satz! – zu zerstören, weil es notwendig ist. Und schau, du hast dich doch nicht in mich verliebt. Und schau, meine Hoffnungen sind nicht zu groß, denn ich habe gar keine, ich habe gar keine.
Und du weißt inzwischen genauso gut wie ich, dass ich die Liebe, die ich mir wünsche doch sowieso nicht bekommen werde. Der einzigen Art von Partner, die ich mir für mich noch vorstellen kann, der entsprichst du nicht. Du bist nicht nur räumlich so weit von mir entfernt, du bist auch in einer ganz anderen Lebensphase, hast ganz andere Ziele, ein ganz anderes Leben sogar.“
„Doni?“
„Und was wir auch immer teilen, wir sind doch Universen auseinander.“
„Doni!“
„Was?“
„Ich habe mich in dich verliebt… glaube ich.“
“Ändert das etwas?“
„Ich weiß es nicht. … Ich möchte, dass es anders ist.“
„Ich werde jetzt den Bus nicht mehr bekommen. Fährst du mich?“
4.2.07 21:15



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